Satzrhythmus
Kurze Schläge, lange Bögen, Wechsel und Pausen formen das Tempo. Eine Änderung kann grammatisch richtig sein und trotzdem den Rhythmus der Szene zerstören.
Unsere neueste Innovation
EPOS verbindet drei Lektoratsebenen mit einem Stimmprofil aus deinem eigenen Manuskript. So wird ein Vorschlag nicht nur korrekt, sondern auch darauf geprüft, ob er noch zu deinem Text gehört.
Ein Satz kommt korrekt zurück. Die Wiederholung ist weg, das Komma sitzt, die Formulierung ist flüssiger. Trotzdem fühlt sich der Text nicht mehr wie deiner an. Das Problem entsteht nicht durch einen einzelnen groben Fehler. Es entsteht durch viele kleine Eingriffe, die alle in dieselbe Richtung ziehen.
Gewöhnliche Optimierung belohnt oft Klarheit, Gleichmässigkeit und vertraute Satzmuster. Literatur lebt aber auch von Brüchen, Tempo, Auslassungen, Eigensinn und wiederkehrenden Formen. EPOS behandelt diese Merkmale nicht automatisch als Mängel. Das Lektorat betrachtet den Vorschlag im Verhältnis zu deinem Manuskript.
Dokumentierte interne Messungen
Für den Wiedererkennungstest entstand das Profil aus Werk eins. Eine Passage mit 600 Wörtern stammte aus dem zuvor unbekannten Werk zwei. In 62 Prozent der Fälle lag der richtige Autor unter den ersten drei Kandidaten.
Neben den eigenen Messungen oben gibt es unabhängige Forschung zu benachbarten Fragen, die die Grössenordnung des Problems einordnet. Eine Studie zur Stilimitation durch Sprachmodelle kommt zum Schluss, dass Modelle bei strukturierten Textformen recht gut abschneiden, an nuanciertem, informellem Schreiben aber weiterhin scheitern (Wang, Tripto, Park, Li, Zhou, "Catch Me If You Can? Not Yet: LLMs Still Struggle to Imitate the Implicit Writing Styles of Everyday Authors", arXiv:2509.14543, 2025, Abruf 08.08.2026). Eine Analyse von KI-Erkennungswerkzeugen zeigt zusätzlich, dass die Nichterkennungsrate deutlich steigt, sobald ein Text gezielt einen bestehenden Autorenstil imitiert, verglichen mit gewöhnlichem KI-Text (Epoch AI, "AI detectors rarely flag human writing, but sometimes miss AI text imitating real authors", veröffentlicht 15.07.2026, Abruf 08.08.2026). Beide Studien behandeln nicht EPOS direkt, sie zeigen aber, dass Stilerhalt bei KI-Textbearbeitung ein real belegtes, nicht nur intern behauptetes Problem ist. Ein weiteres, noch nicht unabhängig begutachtetes Preprint zu personalisiertem Stil-Post-Editing berichtet, dass aktuelle Sprachmodelle einen grossen Teil der Stillücke zu einem individuellen Schreibstil schliessen können, wenn sie gezielt darauf trainiert werden (Maier, Zaiss, Bayer, arXiv:2605.02620, 2026, Abruf 08.08.2026, mit dem ausdrücklichen Vorbehalt kleiner Stichprobe und fehlender unabhängiger Prüfung). Solche frühen Befunde bestätigen die Richtung, nicht schon eine feste Zahl. Für dich als Autorin oder Autor heisst das: Die Sorge, dass KI-Bearbeitung einen Text unpersönlicher macht, ist kein Einzelfall und keine Einbildung, sondern ein Muster, das auch ausserhalb von EPOS gemessen wird.
Kurze Schläge, lange Bögen, Wechsel und Pausen formen das Tempo. Eine Änderung kann grammatisch richtig sein und trotzdem den Rhythmus der Szene zerstören.
Hauptsätze, Nebensätze, Ellipsen und die Reihenfolge von Informationen prägen die Haltung einer Erzählstimme.
Zwischen mehreren richtigen Wörtern liegt oft genau jene Entscheidung, an der ein Autor erkennbar wird.
Nicht jede Stelle ist nur eine Regel. Doppelpunkt, Punkt, Komma oder Auslassung können bewusst Atem und Gewicht verändern.
Ein Korrektorat prüft Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung gegen feste Regeln, mit wenig Interpretationsspielraum. Ein Lektorat geht weiter und bewertet Formulierung, Stil und teils Inhalt, Bereiche, in denen es selten nur eine richtige Lösung gibt. Stimmtreue ist deshalb vor allem eine Frage des Lektorats, nicht des Korrektorats: Eine Rechtschreibkorrektur verändert deine Stimme praktisch nie, ein stilistischer Eingriff kann es sehr wohl.
Diese und ähnliche Kontrastformeln tauchen in KI-überarbeiteten Texten auffällig oft auf, unabhängig vom ursprünglichen Ton des Textes.
Mehrere schmückende Adjektive hintereinander, wo im Original ein einzelnes, genaueres Wort stand.
Kurze, brüchige Sätze werden zu gleichmässig langen, glatten Sätzen geglättet, wodurch Tempo und Härte verloren gehen.
Wörter wie "jedoch", "dennoch" oder "somit" tauchen häufiger auf, auch dort, wo im Original der Zusammenhang bereits ohne Verbindungswort klar war.
Diese Muster sind Hinweise, keine Beweise: Ein einzelner glatter Satz ist kein Fehler. Häufen sich mehrere dieser Muster auf einer Seite, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Frage, ob der Vorschlag noch nach dir klingt, statt jeden einzelnen Satz isoliert zu beurteilen.
Die Wiederholung und die kurzen Sätze tragen Misstrauen und Härte.
Der Satz ist flüssig, aber der ursprüngliche Takt und die wiederholte Anklage verschwinden.
Stimmtreue bedeutet nicht, dass der Ausgangstext unangetastet bleiben muss. Vielleicht braucht er tatsächlich eine Korrektur. Die Frage lautet nur: Kann die Korrektur das Problem lösen, ohne die Wirkung durch einen fremden Ton zu ersetzen?
Die Eigenheit gehört zu deiner Stimme und soll nicht ohne guten Grund geglättet werden.
Du willst, dass EPOS gezielt gegen dieses Muster arbeitet.
Du überlässt die Entscheidung dem gewählten Lektoratsdurchgang.
Stimmtreue ist nicht nur eine Frage des Werkzeugs. Ein Teil davon liegt daran, wie gut du deine eigenen Muster kennst, bevor du eine Überarbeitung überhaupt startest.
Wer jede Änderung akzeptiert, ohne sie gegen den Ausgangstext zu lesen, verliert genau die Eigenheiten, die Stimmtreue eigentlich schützen soll.
Unter 3.000 Wörtern bleibt jedes Profil vorläufig. Ein zu früher Start liefert ein ungenaueres Bild deiner Stimme.
Wer nie festlegt, was "das bin ich" und was "bitte vermeiden" ist, überlässt diese Entscheidung dem Zufall des gewählten Lektoratsdurchgangs.
Keiner dieser Fehler ist ungewöhnlich, sie treten bei den meisten Autor:innen beim ersten Kontakt mit KI-Lektorat auf. Wer sie kennt, kann sie beim eigenen Manuskript gezielt vermeiden, statt sie erst im fertigen Ergebnis zu bemerken und dann von vorn beginnen zu müssen.
Ab 3.000 Wörtern ist ein vorläufiges Profil möglich. Für ein gutes Profil werden 20.000 Wörter empfohlen.
Korrektorat, Stilistik oder Inhaltslektorat erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Prüfe Fehler, Begründung, Wirkung und die Verbindung zum restlichen Manuskript.
Du entscheidest, welche Änderung den Text stärkt und welche Eigenheit bewusst bleibt.
Drei Lektoratsebenen mit Manuskriptkontext und sichtbaren Vorschlägen.
Freie LektorenMuster und Fundstellen sammeln, fachlich bewerten und mit dem Autor besprechen.
VerlageStimme als Qualitätskriterium in einen menschlich geführten Workflow aufnehmen.
Nein. Fehlerkorrektur und Stimmnähe sind zwei verschiedene Ziele. Ein Vorschlag muss den Befund lösen und gleichzeitig zum Manuskript passen.
Nein. Das Profil beschreibt messbare Muster. Es ersetzt weder deine Entscheidungen noch alle Bedeutungen, die du mit einem Satz verbindest.
Ab 3.000 Wörtern ist ein vorläufiges Profil möglich. Für ein gutes Profil werden 20.000 Wörter empfohlen.
Noch nicht. Die veröffentlichten Werte stammen aus internen Messungen. Eine unabhängige Blindstudie mit mehreren Autoren steht aus.
Ja. Du behältst die Entscheidung über jeden Eingriff in deinen Text.
Ein Korrektorat prüft feste Regeln mit wenig Interpretationsspielraum und verändert deine Stimme praktisch nie. Ein Lektorat bewertet Formulierung und Stil, dort entscheidet sich Stimmtreue, weil es dort selten nur eine richtige Lösung gibt. Mehr dazu oben unter "Korrektorat oder Lektorat".
Häufige Hinweise sind Kontrastformeln wie "nicht nur X, sondern auch Y", gehäufte Adjektivketten und eine auffällig gleichmässige Satzlänge. Details und Beispiele oben unter "Woran du KI-Sprache im eigenen Text erkennst".
Es gibt unabhängige Forschung zu benachbarten Fragen, etwa zur Stilimitation durch Sprachmodelle und zur Erkennbarkeit stilimitierter Texte, siehe oben unter "Was unabhängige Forschung zum Thema Stilerhalt zeigt". Eine unabhängige Studie speziell zu EPOS steht, wie oben angegeben, noch aus.
Stimmtreues Lektorat ist Teil der EPOS-Pläne, nicht separat berechnet. Was ein Lektorat insgesamt kostet und wie sich die Ebenen unterscheiden, erklärt Was ein Lektorat kostet.
Diese Sorge taucht regelmässig in Autor:innen-Foren auf und ist berechtigt: Gewöhnliche Optimierung zieht Text tendenziell in eine gleichförmige Richtung. Deshalb unterscheidet EPOS zwischen Eigenheiten, die geglättet werden sollen, und solchen, die bewusst bleiben, siehe "Du bestimmst, wie mit Eigenheiten umgegangen wird" oben.
Ein vorläufiges Profil entsteht ab 3.000 Wörtern eigenem Text, für ein belastbares Profil werden 20.000 Wörter empfohlen. Details und der vollständige Ablauf stehen oben unter "Vom Stimmprofil zum Lektorat".
Im Zweifel gilt: Lies die Stelle laut. Wenn sie beim Vorlesen richtig klingt und du sie bewusst gesetzt hast, ist sie wahrscheinlich Absicht statt Fehler. Markiere sie dann als "das bin ich", statt sie automatisch prüfen zu lassen. Diese Entscheidung kannst nur du treffen, ein Werkzeug kann sie höchstens vorbereiten.
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